Rees, 16. Februar 2020 – Heute vor 75 Jahren wurde Rees bombardiert. 32 Menschen sind dabei getötet worden, die meisten auf der Dellstraße. Die Innenstadt wurde bis auf wenige Häuser komplett zerstört.

An dieses schreckliche Ereignis erinnerten heute Abend in der katholischen Kirche Sankt Mariae Himmelfahrt in Rees etwa 200 Reeserinnen und Reeser. Die Haldern Strings und der Kirchenchor gaben den würdigen musikalischen Rahmen. Besonderen Eindruck machten die Berichte der drei Zeitzeugen. Anschaulich erzählten sie, wie sie nur knapp dem Inferno entkamen.

Klar ist: Der Krieg ist von deutschem Boden ausgegangen. Er wurde barbarisch und grausam geführt. Nachdem schon im spanischen Bürgerkrieg die deutschen Bomber getestet wurden, wurden im Krieg dann Warschau, Rotterdam, London und Coventry sowie viele weitere Städte bombardiert. Im NS-Jargon hieß das dann „coventrisieren“, wenn eine Stadt „dem Erdboden gleich gemacht“ oder „ausradiert“ wurde.

Nun kam der Bombenkrieg in sein Ursprungsland zurück. Hamburg, Berlin, Dresden, Köln und viele weitere deutsche Städte gingen in Flammen auf, hunderttausende Menschen starben. Am 16. Februar 1945 wurde dann auch das kleine beschauliche Städtchen Rees am Rhein ein Opfer der Flammen.

Für die meist niederländischen Zwangsarbeiter war Rees indes alles andere als beschaulich. Für sie war es „Die Hölle von Rees“ – so der Titel eines Buches, das ein ehemaliger Zwangsarbeiter verfasst hat. Mit der Rheinüberquerung wurde das Lager aufgelöst. Der Krieg in Rees war vorbei.

Als Fazit waren sich alle Redner einig: Nie wieder! Nie wieder darf von deutschem Boden Krieg ausgehen! Nie wieder Faschismus!

Es ist die Pflicht der Nachgeborenen, darauf hinzuweisen, welche Folgen Rassismus, Nationalismus, Hetze, Überheblichkeit und Menschenverachtung haben können!