Hanau, 19. Februar 2020 – Acht Menschen, seine Mutter und sich selbst tötet ein Mann in einer Shisha-Bar in der hessischen Stadt Hanau. Das Motiv ist Fremdenhass, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit. Wobei keiner dieser Umschreibungen den Opfern gerecht wird, weil der Großteil der Opfer Deutsche und selbstverständlicher Teil der Hanauer Gesellschaft war, wie der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) betont. Auch auf der Webseite der Stadt ist zu lesen “Die Opfer waren keine Fremden!” Selbstverständlich darf auch keinen Fremden Leid zugefügt werden. Der Hinweis der Stadt ist dennoch richtig, um dem Spaltpilz zwischen “Denen und uns”, zwischen “Deutschen und Migranten” oder auch zwischen “Shisha-Bar-Besuchern” und “Nicht-Shisha-Bar-Besuchern” zu begegnen.

Dieser Hass, den Bundeskanzlerin Angela Merkel als “Gift” bezeichnet hat, ist stetig ins Hirn eines kranken Menschen eingeträufelt worden. Bei der Durchsuchung des Hauses, in dem der Mörder mit seinen Eltern gewohnt hat, wurden Pamphlete gefunden, die von Wahnvorstellungen zeugen. Der Mörder hatte Anzeige gegen geheimdienstliche Organisationen erstattet, weil diese versucht hätten “sich in die Gehirne der Menschen” einzuklinken. In der Folge versucht insbesondere die AfD die Tat als diejenige eines wahnsinnigen Einzeltäters darzustellen. Es ist der erkennbare Versuch, ihre rechte Ideologie als Tatmotiv zu verschleiern. Dem dürfen wir nicht auf dem Leim gehen! Tatort und Ausrottungsphantasien, bei denen der Attentäter seinen Beitrag dazu leisten wollte, Milliarden Menschen, ganze Völker auszulöschen, lassen einzig den Schluss zu, dass der Täter aus rassistischen und ausländerfeindlichen Motiven gehandelt hat. Der Generalbundesanwalt sprach von einer „zutiefst rassistischen Gesinnung“.

Grundlage seiner kruden Phantasien war rechtes Gedankengut, geliefert und angereichert durch rechtspopulistische Stichwortgeber, wie sie leider mittlerweile in allen Landesparlamenten und dem Deutschen Bundestag anzutreffen sind.

Ich trauere um die Toten und wünsche ihren Angehörigen viel Kraft in dieser schweren Zeit.