Aspel, 11. September 2020 – Wichtel sind was feines. Sie nehmen einem die Arbeit ab. Bisher war unklar, wo diese Wichtel eigentlich leben. Das hat SPD-Bürgermeisterkandidat Bodo Wißen, der auch von den Reeser Grünen unterstützt wird, nun herausgefunden. Das Ergebnis: Wichtel leben in Aspel! Da hat Wißen sie jetzt aufgespürt und ein langes Gespräch über alles mögliche – unter anderem über lokale Politik – mit dem „Ober-Wichtel“ Ulrich Müller geführt. Der ist der Gründer, Inhaber und Chef von „Wichtel-Rees“ einer Firma, die Dienstleistungen rund ums Haus, besonders im Garten anbietet. Mit einer Handvoll Mitarbeitern wuseln die Wichtel vor allem in Gärten von Mehrfamilienhäusern und gewerblichen Kunden, die selbst keine Zeit, Möglichkeit oder Lust haben, sich um das Erscheinungsbild ihres Anwesens zu kümmern. 

Entstanden ist die Idee aus einer Not heraus. Man könnte auch sagen, Müller hat eine Marktlücke erkannt. Als Sozialversicherungsfachangestellter, der er eigentlich ist, hatte Müller mitbekommen, dass sich immer weniger Menschen um den eigenen Garten kümmern können und darin für sich eine neue Tätigkeit gefunden. Eine Affinität zum Grün hatte er schon immer, wollte eigentlich Landwirt werden und hatte vor der Firmengründung  auch schon viel in der Landwirtschaft gearbeitet. Konsequenterweise zog er vor 30 Jahren vom Ruhrgebiet aufs Land. Rundherum grüne Weiden und manchmal Kühe, die über den Zaun gucken. So mögen es die Müllers.

Fünf Kinder, mittlerweile 20 bis 30 Jahre alt, zog er mit seiner Frau groß. „Aus allen ist was geworden“, kann er heute stolz resümieren. Auch die Nachfolge ist gesichert. In wenigen Jahren, wenn Müller mit einem umgebauten Feuerwehrwagen die Welt erkunden will, wird der Schwiegersohn den Betrieb übernehmen. Apropos Feuerwehrwagen. Den baut er selbst zum Camping-Wagen um. „Ein Camping-Platz am Rhein, das wär toll“, schlägt Müller vor. Wißen weiß um die Schwierigkeiten, die ein solches Vorhaben mit sich bringen würde, will aber in jedem Fall den Tourismus stärken und mehr Wohnmobil-Stellplätze anbieten. „Unser Landratskandidat Peter Driessen hat mir mal gesagt, dass ein Camper allein etwa 25 Euro am Tag in der Stadt lässt. Das ist doch aktive Wirtschaftsförderung! Gerade unter Corona-Bedingungen wird Urlaub in Deutschland und hier bei uns am Niederrhein noch attraktiver. Das müssen wir nutzen“, so Bürgermeisterkandidat Wißen.

Noch einen weiteren Trend machten die Beiden aus: „Das eigene Haus wird wichtiger, wenn es mehr Home-Office geben wird. Außerdem wird Landleben attraktiver, weil die Leute dann nur zwei- oder dreimal in der Woche zur Arbeit fahren müssen. Dann werden sie weitere Entfernungen in Kauf nehmen. Auch das ist ein Trend, der uns auf dem Land neue Zukunftschancen ermöglicht“, so Wißen.