Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, liebe Malweiber vom Niederrhein,

wer hätte gedacht, dass ich mal das Wort „Weib“ bei einer Rede hier im Rathaus in den Mund nehmen könnte, ohne mir berechtigterweise einen Ordnungsruf einzufangen.

Dabei ist mir das durchaus deswegen gestattet, weil es eben ein Bestandteil des Namens der Künstlerinnen-Gruppe ist, die ich hier heute begrüßen darf.

Zudem kam mir beim Betrachten der Fotos für die Pressemitteilung, auf denen sie uns in Kleidern aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert begegnen, durchaus in den Sinn, dass zu dieser Zeit das Wort „Weib“ gar nicht eine so abschätzige Bedeutung hatte, wie heute.

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Also, liebe Malweiber, liebe Kunstinteressierte, in Vertretung für Herrn Bürgermeister Christoph Gerwers sowie im Namen des Rates und der Verwaltung der Stadt Rees begrüße ich sie ganz herzlich hier bei uns im Rathaus.

Als ich am Mittwoch mit meinem Fahrrad von Haldern nach Rees durch den typischen niederrheinischen Nieselregen bei gefühlten 3 Grad gefahren bin, um einen Vorab-Blick auf die Ausstellung zu erhaschen, habe ich wehmütig an Urlaube in Südfrankreich, der Toskana oder Florida gedacht.

Natürlich, man kann weder der Jahreszeit, noch dem Niederrhein einen Vorwurf machen, dass sich der Januar nunmal so anfühlt, wie sich ein Januar eben bei uns anfühlt.

Und dennoch passt dieses trübe Wetter zur trüben gesellschaftlichen Stimmung, die uns das Corona-Virus seit einiger Zeit beschert. Die Kälte draußen, findet bei manchen Menschen eine Entsprechung in der Kälte des Herzens.

Umso mehr freue ich mich, dass Sie, Frau Cinkilic, Frau Diesner, Frau Diker, Frau Patalong-Fichtler, Frau Rahn und Frau Striebing-van den Brand uns mit ihren Kunstwerken aus dem trüben Alltag entführen.

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Sie setzen einen Kontrapunkt – gegen trübe Tage, trübe Stimmung und trübe Gedanken.

Sie schenken den Betrachterinnen und Betrachtern ein wenig Urlaub für die Seele. Bunt, manchmal schrill, ruhig, aufgeregt, schwarz-weiß, filigran, heiter, nachdenklich, abstrakt und realistisch, Menschen, darunter auch Altbekannte, Pflanzen, Formen.

Wie sie richtig im Nachwort zu ihrem Fotobuch schreiben, bieten sie einen Austausch in vielfältigen Facetten mit verschiedenen Techniken und Materialien. Eine Würdigung und Einordnung ihres Werkes wird dankenswerterweise gleich Frau Larsen-Hüsken vornehmen.

Schon seit Beginn der Corona-Pandemie leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung viele Überstunden – auch abends und am Wochenende. Sie stellen sich damit in den Dienst für unser aller Gesundheit. Dafür sage ich herzlichen Dank! Ich stelle mir vor, dass ihre Werke den Kolleginnen und Kollegen hier die Arbeit vielleicht etwas erleichtert.

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Noch bis zum 18. März kann die Ausstellung besichtigt werden. Natürlich auch dann, wenn man nicht hier arbeitet.

Mein Dank geht an die Malweiber, an Frau Larsen-Hüsken, an die Mitarbeiterinnen des Kulturamts, namentlich Frau Mölleken und Frau Weiss. Herr Franken hatte die Pressemitteilung geschrieben.

Ein besonderer Dank geht an die Haldern Strings unter Leitung von Ole Hansen, die mal wieder einer Ausstellungseröffnung den musikalischen Rahmen bieten. Gestern standen Jonas Erich Hensel, Johannes Lehnen und Johanna Senger noch auf der Bühne im Wettbewerb „Jugend musiziert“. Heute nun spielen diese Haldern Strings bei uns hier im Rathaus. Die Begleitung übernimmt Frau Saito.

Ihnen allen, natürlich auch den Gästen, danke ich sehr herzlich für Ihr Kommen und wünsche Ihnen noch einen schönen Sonntag!