„Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“, so lautet der Appell auf dem Gedenkstein in Rees am Stadtgarten. Leider ist der Appell angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hochaktuell.

Traditionell erinnern wir an jedem 9. November in Rees an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die verfolgt, deportiert und ermordet worden sind. Wir gedenken auch den Zwangsarbeitern, die in der „Hölle von Rees“ ums Leben gebracht wurden.

Beim anschließenden Kaffeetrinken berichtete mir eine Tochter eines niederländischen Überlebenden, dass ihr Vater 2004, also rund sechzig Jahre später, noch an den Folgen der Internierung gestorben ist. Er hatte wegen einer eigentlich unspektakulären Knieoperation Cortison bekommen, das wohl die an sich „verkapselte“ Tuberkulose wieder „reaktivierte“ und zum Ausbruch brachte. Mit der Tuberkulose hatte er sich im Zwangsarbeitslager in Rees angesteckt.